Extrem produktive Kriech- und Kletterpflanze - Was ist das?

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Pikaia

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Vielleicht etwas ganz banales, aber ich habe keine Ahnung und die Pflanzenbestimmung im Netz hilft nicht weiter.
Es handelt sich um eine extrem produktive Pflanze. eigentlich habe ich die Einstellung alles wachsen zu lassen wie es will, aber diese Pflanze hatte im letzten Jahr innerhalb einer einzigen Saison meinen kompletten Garten überwuchert und erstickt. Sie verbreitet sich offenbar unterirdisch und bildet Ranken, die durchaus 3-4cm Dicke erreichen können und schnell mehrere Meter lang werden. Sie kann an jedem einzelnen Segment Triebe oder Wurzeln bilden. Die Wurzelknoten können annähernd faustgroß sein. Sie wächst an anderen Pflanzen - auch innerhalb großer Stauden hoch und überwuchert sie dann. Außerdem bildet sie Samen, die im Herbst wie Löwenzahnsamen das Fliegen lernen...
Dieses Jahr habe ich ihr ein wenig den Kampf angesagt und hole seit Beginn der Wachstumsperiode aus ca 60qm Vorgarten einen guten Eimer voll an Material. Nur von dieser einzelnen Pflanze. An jedem! einzelnen! Tag!, kalt, warm, trocken, nass, das Ding wächst immer. Wie sie blüht, weiß ich gerade nicht. Ich dachte es sei Ackerwinde - weil ich von der Vorbesitzerin Herbizid gegen Ackerwinde im Keller gefunden habe - aber die Phänotypie stimmt nicht überein... (Außerdem kippe ich kein Gift in meinen Garten) Wer weiß was?
 

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mika

mika

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Hallo

ich denke, es handelt sich um unsere in Deutschland heimische Gewöhnliche Waldrebe, Clematis vitalba. Die Einzelblätter variieren bei der Pflanze ein wenig und sind mehr oder weniger gezackt. Sie kann bis 10 Meter erreichen und Sträucher und Bäume überwachsen.
 
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Pikaia

Status: Frisch gesät
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Vielen Dank für die Antwort. Genau das ist sie - jetzt habe ich auch ein bisschen nachgelesen. Die Frage ist jetzt, wie ich mit der Pflanze umgehe. Ganz vertreiben werde ich sie nicht (können).
Die Pflanze ist wahrscheinlich ein Jahrhundert alt und ich habe Wurzelranken bis in 15-20 cm Tiefe gefunden. Dazu müsste ich den ganzen Garten umgraben und bestehende Lebensgemeinschaften zerstören. Die enorme Produktivität der Pflanze ist aber schon eine Belastung - auch wenn sie mittlerweile als schützenswert und bienenfreundlich gilt. Ich habe festgestellt, dass sie dicht wachsende Gräser "unterwandert", aber an diesen Stellen nicht hochkommt. Zusammenhängende Flächen mit Heidekraut scheinen eine wirksame Barriere zu bilden - wie vielleicht auch andere Bodendecker. Pflaster scheint sie eher als Einladung zu verstehen, sich hier als Pionierpflanze zu betätigen. Ich kann nur hoffen, dass sie durch konsequentes Abschneiden der frischen Triebe an den Orten, wo sie nicht erwünscht ist, dort irgendwann ihre Kraft verliert. Als Rat für jeden, der sich das Ding in den Garten holen will, weil sie so hübsch an den Zäunen herum rankt - Genau, wie Efeu gehört diese Pflanze in einen naturnahen Wald (von dem es viel mehr geben sollte) aber nicht unbedingt in einen Kulturgarten...
 
mika

mika

Status: Heranwachsend
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Es gibt ein paar größere Pflanzen in der Umgebung meines Gartens und ab und an finde ich einen Sämling, aber mit der Zähmung einer großen Pflanze habe ich keine eigene Erfahrung. (Ich habe Efeu ;o) ) Wenn man schneidet sollte man etwas vorsichtig sein, evtl. Handschuhe tragen, da der Pflanzensaft Reizungen auslösen kann. Beschattung soll die Wuchsfreude eindämmen, damit sollte man ihr aber nicht gleichzeitig ein neues Klettergerüst anbieten.
 
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Pikaia

Status: Frisch gesät
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Ich habe auch Efeu, in einem anderen Garten... Es handelt sich auch dabei um eine Pflanze, die sich über ein Jahrhundert etablieren konnte. Sie ist wie ein Raubtier,das lauert und andere Pflanzen verschlingt, wenn ihnen die Kraft ausgeht. Sie kann wandern, weil ihre Ausläufer einfach überall sind. Ist aber auch Schutzraum für Insekten und Futternapf für Vögel. Nur, wer sich eine solche Pflanze in den Garten holt, sollte bedenken, dass sie mit den Jahren immer mächtiger wird. Wer in längeren Zeiträumen denkt, sollte daran denken, dass sie Aufmerksamkeit beansprucht.
 
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